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Pflegestellenwesen in Niederösterreich

Von einem Pflegeverhältnis spricht man, wenn die Bezirksverwaltungsbehörde im Rahmen einer Erziehungshilfe ein Kind bei Pflegepersonen unterbringt. Die Vermittlung eines Kindes darf nur vom Kinder- und Jugendhilfeträger vorgenommen werden.

Pflegeelternschaft bedeutet in der Regel Elternschaft auf Zeit. Das Pflegekind wächst mit dem Bewusstsein und der realen Zugehörigkeit zu zwei Familiensystemen auf.

Kinder können aus verschiedenen Gründen bei Pflegepersonen untergebracht werden. Im Gegensatz zur Adoption ist die Unterbringung eines Pflegekindes eine Erziehungshilfe und daher widerrufbar. Die leiblichen Eltern haben in der Regel das Recht auf persönliche Kontakte und können die Rückgabe des Kindes beantragen. 

 





Welche Kinder werden vermittelt?

Kinder die vorübergehend oder auch längerfristig von ihren Eltern nicht oder nicht ausreichend versorgt werden können.

 

Pflegekinder kommen meist aus schwierigen Familienverhältnissen und haben oftmals leidvolle/traumatische Erfahrungen gemacht, häufig viel Unruhe, Unterversorgung, Gewalt und zumindest einen, meist aber mehrere Beziehungsabbrüche und Trennungen erlebt. Diese Erfahrungen prägen ihr Sozial- und Bindungsverhalten im Zusammenleben.

 

Pflegekinder haben  zwei Bezugssysteme. Auch wenn sie sich der Pflegefamilie zugehörig fühlen, bleiben sie ihren leiblichen Eltern verbunden. Sie haben daher aufgrund ihrer Ausgangssituation erschwerte Bedingungen für die Entwicklung ihres Selbstwertes und der Identität.

 



Formen

  • Kurzfristige Pflege
    Das Pflegekind wird nur kurze Zeit bei Pflegepersonen untergebracht (längstens 6 Monate). Anlass ist meist eine akute Krise in einer Familie, in der die Eltern die Betreuung ihres Kindes nicht mehr sicherstellen können. Während der kurzfristigen Pflege wird von der Kinder- und Jugendhilfe geklärt, unter welchen Bedingungen die Eltern die Betreuung wieder selbst übernehmen können, respektive welche Weiterversorgung des Kindes angezeigt ist.

    Zusätzliche Voraussetzungen  für die Eignung als Kurzfristige Pflegeperson
    • Wissen über zeitliche Begrenzung der Krisenunterbringung (max. 6 Monate)
    • Kurzfristige Pflegeeltern/ Pflegepersonen müssen mit Bedacht auf das bestehende Familiensystem häufige Neuaufnahmen und Trennungen von Kindern reflektieren können
    • Erziehungserfahrung
    • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
    • Ausreichende Zeitressourcen (z. B. Elternkontakte, ärztliche Kontrollen, Entwicklungsdiagnostik, Supervision, Fortbildung, …)
    • Gute Beobachtungsfähigkeit im Hinblick auf das Bindungs- und Beziehungsverhalten des Kindes
    • Bereitschaft zu häufigen Kontakten mit Eltern im Kompetenzzentrum
    • Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses
    • Mobilität (Führerschein und eigener PKW)

Pflegepersonen, die ein Kind im Rahmen der Kurzfristigen Pflege betreuen, erhalten ein Anstellungsverhältnis und eine zusätzliche Begleitung von den Fachkräften eines Kompetenzzentrums der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe.

  • Längerfristige, auf Dauer ausgerichtete Pflege
    Das Pflegekind soll in der Pflegefamilie erwachsen werden. Die Pflegepersonen werden von der Kinder- und Jugendhilfe  über die Eltern und die Wahrscheinlichkeit einer Rückführung informiert und es werden klare Vereinbarungen über die elterlichen Kontakte getroffen. Toleranz, Respekt und  Transparenz von allen Beteiligten trägt wesentlich zu einem besseren Miteinander zwischen Pflegefamilie und Eltern bei.

  • Professionelle Pflege
    Ist eine Sonderform der Pflege für Kinder mit erhöhten Betreuungsanforderungen. Insbesondere handelt es sich um Kinder, die einen deutlichen Rückstand in der körperlichen und/oder psychosozialen Entwicklung haben, die über einen längeren Zeitraum oder in einem intensiveren Ausmaß fördernde Begleitmaßnahmen benötigen, die durch schwere Vernachlässigung, Traumatisierung durch Misshandlungen und/oder Missbrauch eine erhöhte pädagogische Betreuung brauchen und bei denen schwierige Elternkontakte (psychische Auffälligkeiten, Gewalt-, Drogen-, Alkoholmilieu, Multiproblemfamilien etc.) zu erwarten sind.

    Pflegeeltern, die ein Kind im Rahmen der Professionellen Pflege betreuen, erhalten ein Anstellungsverhältnis und eine zusätzliche Begleitung.



Kriterien

  • Körperliche und psychische Gesundheit
  • Positive Erziehungseinstellung
  • Erziehungsfähigkeit und Belastbarkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Altersunterschied zum Pflegekind muss mindestens 25 und höchstens 45 Jahre, im  kurzfristigen Pflegeverhältnis gemäß § 36 NÖ KJHG mindestens 25 und höchstens 60 Jahre  betragen, wobei eine geringfügige Überschreitung des Altersunterschiedes einer Pflegeperson zulässig ist, wenn die andere Pflegeperson die Voraussetzungen des Altersunterschiedes erfüllt
  • Gesicherte Einkommens- und Wohnsituation mit ausreichenden Platzverhältnissen
  • Positive Einstellung gegenüber den Rechten der leiblichen Eltern
  • Absolvierung eines Vorbereitungslehrganges für Pflegepersonen

 




Ausschließungsgründe

  • Betreuungsdefizite bei leiblichen, Pflege-, Wahl- oder Stiefkindern
  • Gerichtliche Verurteilungen, die das Wohl von Kindern und Jugendlichen gefährdet erscheinen lassen
  • Sonstige Gründe, die das Kindeswohl gefährdet erscheinen lassen

 




Verfahrensablauf

  • Informationsgespräch mit der zuständigen Fachkraft für Sozialarbeit
    In diesem Gespräch werden Sie über die Kriterien und Voraussetzungen zur Aufnahme in die Vormerkliste informiert.
  • Erteilung der Ermächtigung
    zur Prüfung der grundsätzlichen Eignung für die Übernahme eines Adoptivkindes und zur Durchführung notwendiger Erhebungen.
    • Nachstehende Unterlagen werden von Ihnen benötigt:
    • aktueller Einkommensnachweis
    • ärztliches Gutachten aller im Haushalt lebenden Personen
    • psychologisches Gutachten über die Eignung als Pflegeperson/en 
    • Strafregisterauszug 
    • Bestätigung über die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs für Adoptiveltern
      Anerkannt ist der Kurs des Vereins Peter PAN - Pflege und Adoption in NÖ
  • Gespräche mit der zuständigen Fachkraft für Sozialarbeit
    Mindestens zwei dieser Gespräche werden bei Ihnen zu Hause stattfinden. Je nach Möglichkeit kann bei einem Hausbesuch eine zweite Fachkraft für Sozialarbeit zugezogen werden. Nach Abschluss der Erhebungen erhalten Sie eine schriftliche Mitteilung über Ihre Aufnahme in die Vormerkliste. Sollten im Zuge der Erhebungen Gründe festgestellt werden, die eine Vormerkung nicht möglich machen, werden Sie mündlich oder schriftlich informiert.



Vermittlung

Die Auswahl der Pflegepersonen hat nach den individuellen Bedürfnissen und Betreuungsanforderungen der Kinder und Jugendlichen zu erfolgen und wo die bestmögliche persönliche Entwicklung und die soziale Integration des Pflegekindes gesichert sind.



Zuständige Stellen





Weiterführende Informationen

Publikationen

Publikationen zum gewählten Thema finden Sie hier.

Ihre Kontaktstelle des Landes für Pflegekinder und Pflegepersonen

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Kinder- und Jugendhilfe
E-Mail: post.gs6@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-16416 (Sekretariat), Fax: 02742/9005-16120

3109 St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus 14

Lageplan, Adressen aller Dienststellen

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Letzte Änderung dieser Seite: 05.01.2017

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