Biologische Produktion

Pflanzenbau

Die niederösterreichische Biogetreideernte war 2011 geprägt von zufriedenstellenden Erträgen (Schätzung: 150.000 Tonnen incl. Mais) aber in Summe gesehen unterdurchschnittlichen Qualitäten bei Speiseweizen. Im Jahr 2011 etablierte sich mit der Biogetreide Austria, einer Tochterfirma der RWA, ein weiterer Biogetreidevermarkter am österreichischen Markt. Gleichzeitig musste die Bioqualitätsgetreide GmbH (BQG) aufgrund von Liquiditätsschwierigkeiten die Übernahme und Vermarktung von Biomarktfrüchten einstellen.

Die Erzeugerpreise für Biospeisegetreide konnten sich am österreichischen Markt auf hohem Niveau halten. Für Biopremiumweizenqualitäten (>13 % Rohprotein) wurden Erzeugerpreise zwischen EUR 350,- und 400,- je Tonne (excl. Ust) bezahlt. Insgesamt stellte sich letztlich die Marktlage für Biogetreide entgegen den Befürchtungen im Frühjahr 2011, wo aufgrund des rasanten Bioflächenzuwachses der letzten Jahre mit einem Überangebot an Biogetreide gerechnet wurde, als durchaus zufriedenstellend dar. Mit dazu beigetragen haben dürfte die gute Lage auf den Hauptexportmärkten Deutschland und Schweiz. Sehr gute Qualitäten wurden 2011 bei Biospeisehafer geerntet.

Der Trend zum Anbau von Ölkürbis und Soja hielt auch 2011 an. Speziell nach Biospeisesoja ist die Nachfrage ungebrochen hoch. Das Erzeugerpreisniveau aus der Ernte 2011 lag zwischen EUR 510,- bis 550,- je Tonne. Die niederösterreichischen Sojaerträge waren im Schnitt eher verhalten, die große Herbsttrockenheit führte zudem zu sehr niedrigen Erntefeuchten mit entsprechend hohen Bruchanteilen im Erntegut.

Nach wie vor erreicht die österreichische Biolandwirtschaft keine Selbstversorgung mit Futtergetreide. Zusätzlich hat der Sektor nach wie vor Probleme, die systemkonforme Eiweißversorgung in der Monogastrierhaltung (Schweine, Geflügel) sicherzustellen. Häufig finden sich in den Rationen daher Biosonnenblumenpresskuchen als Eiweißträger. Entsprechend hoch war auch 2011 die Nachfrage nach Ölsonnenblumen, die aus heimischer Erzeugung nicht gedeckt werden konnte.

Aufgrund der guten Niederschlagssituation in den letzten Jahren kam es im niederösterreichischen Trockengebiet zu einer deutlichen Zunahme der Anbaufläche von Ackerbohnen. Gesteigerte Nachfrage besteht auch nach Sonderkulturen wie Biospeiselinsen und Druschgewürzen.


Marktentwicklung im Bio-Landbau

Tierhaltung

Rinder

Insgesamt gab es in Niederösterreich 2.175 biologisch wirtschaftende rinderhaltende Betriebe im Jahr 2011 auf denen 63.177 Stück Rinder gehalten wurden. Dies stellt im Österreichvergleich 14,95 % aller Bio-Betriebe mit Rindern dar. 16,64 % der Bio-Rinder in Österreich werden in Niederösterreich gehalten.

17 % aller niederösterreichischen Rinderhalter bewirtschaften ihren Betrieb biologisch (im Vergleich Österreich 12 %), 14 % aller Rinder in Niederösterreich stehen auf diesen Betrieben. Diese Zahlen zeigen, dass im Durchschnitt die Struktur der rinderhaltenden Betriebe im Bio-Bereich etwas kleiner ist als im konventionellen.

Im Vergleich zu den Vorjahren nahm die Anzahl an biologisch wirtschaftenden Rinderhaltern sowie jene an Bio-Rindern ab. In den Jahren davor nahm die Zahl an Bio-Rindern jedoch stetig zu.

 

Rindfleisch

In der Rindervermarktung wird Bio- Kalb-, -Jungrind- und -Rindfleisch (Kalbinnen, Ochsen, Kühe) vermarktet. Die Vermarktung erfolgt sowohl über die Bio-Vermarktung Handels GesmbH als auch über die Rinderbörse. Ein Großteil der Kälber und der Jungrinder in Niederösterreich werden dabei über die Bio-Vermarktung Handels GesmbH abgesetzt.

Nach einem leichten Preisrückgang bei Ja!Natürlich Jungrindern (Voraussetzung Weidehaltung und keine Anbindehaltung) Anfang Sommer 2011, stieg der Preis ab Ende Sommer wieder an. Im Schnitt lag er bei EUR 4,13 je kg mit einer Klassifizierung von U2 - U3 (Vergleich 2010: 3,89 EUR/kg). Die Preise für Bio-Ochsen und -Kalbinnen wurden bis zur 2. Hälfte des Jahres konstant gehalten und stiegen danach ebenso (Quelle: Bio-Vermarktung Handels GesmbH).


Milch

2011 wurden in Österreich insgesamt 396 Mio. kg Bio-Milch mit Milchzuschlag angeliefert. Der Anteil der Biomilch an der Gesamtanlieferung beträgt 13,6 %. In Niederösterreich wurden insgesamt ca. 598.378 Tonnen Milch an Molkereien geliefert, 81.608 t oder 14 % davon waren aus biologischer Produktion. Jene Gebiete mit dem höchsten Anteil an Bio-Milchquoten sind die Bezirke Waidhofen an der Ybbs, Gmünd, Lilienfeld und Scheibbs (Quelle: BLMFUW und AMA).

Der Auszahlungspreis für Biomilch lag im Jahr 2011 in jedem Monat deutlich über jenem der letzten Jahre. Im Durchschnitt konnte in Österreich ein Bio-Milchpreis von 40,94 Cent (4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß ohne Ust.) erreicht werden. Der Milchpreiszuschlag hat seit 2009 wieder zugenommen und stieg auch im Laufe des Jahres 2011, in Niederösterreich betrug der durchschnittliche Biomilchzuschlag 6,24 Cent (Vergleich Österreich: 6,32 Cent) (Quelle: Marktbericht AMA).



Schafe und Ziegen

2011 wurden in Niederösterreich 70.596 Schafe und 15.451 Ziegen gehalten. Etwas mehr als 30 % dieser Tiere werden auf Biobetrieben gehalten.

Die Vermarktung von Biolämmern in Niederösterreich wird großteils von der Schaf- und Ziegenbörse unter dem Dach der EZG Gut Streitdorf abgewickelt.



Schweine

Die Vermarktung von Bio-Schweinen erfolgt großteils über die EZG Bio Schwein Austria Vertriebs GmbH und über die Pannonia BIOS GmbH. Im Bereich der Bioferkeln bestand teilweise ein Engpass, das Angebot an Bio-Mastschweinen lag laut BioAustria im Jahr 2011 leicht unter der Nachfrage.





Eier

Österreichweit wurden 149 Mio. biologische Eier im Jahr 2011 produziert, dies stellt eine Steigerung von 5 Mio. dar (Quelle: Bio-Austria). 2011 waren in Niederösterreich 12,43 % der Legehennenbetriebe biologische Erzeuger. Auf diesen Betrieben befinden sich 3,66 % der Legehennen Niederösterreichs (Quelle: QGV).


Biologischer Anbau
 

NÖ Landes-Landwirtschaftskammer 3100 St.Pölten, Wiener Straße 64
Referat "Ackerbau und Grünland" Beratung für Biologische Landwirtschaft

für den Biologischen Pflanzenbau: Herr DI Martin Fischl
Tel.: 02742 / 259-2112, Fax: 02742 / 259-95-2112,
E-Mail: mailto:martin.fischl@l-noe.at

für die Biologische Tierhaltung: Herr DI Stefan Mader
Tel.: 02742 / 259-3406, Fax: 02742 / 259-95-3406,
E-Mail: stefan.mader@lk-noe.at


Fachleute finden interessante Informationen auch unter:
 AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH


Für weitere Informationen werden folgende Adressen empfohlen: 
http://www.bioinformation.at/
Informationsplattform des Lebensministeriums für Biokonsumenten.
Erreichbar in ganz Österreich zum Ortstarif unter 0810 / 22 13 14

www.umweltbundesamt.at/umwelt/landwirtschaft/biolandbau
Informationen des Umweltbundesamtes zu den Themen
Biolandbau allgemein, Bioverbände, Forschung und Kontrollstellen

http://www.bioinfo.at/
Homepage der Organisation Bio Austria mit Standorten in Linz und in Wien

ÖIG
Homepage der Östereichischen Interessensgemeinschaft für Biolandbau


weiterführende Links
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Ihre Kontaktstelle des Landes für biologische Landwirtschaft

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Landwirtschaftsförderung (LF3)
Landhausplatz 1 3109 St. Pölten E-Mail: post.lf3@noel.gv.at
Tel: 02272/9005-13604
Fax: 02272/9005-13535
Letzte Änderung dieser Seite: 17.3.2017
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