Bodenschutzanlagen (Windschutzhecken)

Der Schutz von landwirtschaftlichen Böden gegen die Erosion durch Wind und Wasser trägt wesentlich zur Sicherung und Erhaltung von deren Produktivität bei. 

Boden ist in erster Linie die Grundlage für die Produktion von Lebens- und Futtermitteln, Rohstoffen und erneuerbaren Energieträgern. Darüber hinaus erbringen Böden weitere wichtige gesellschaftliche Leistungen (auch als Ökosystemdienstleistungen bezeichnet) wie Filterung von Niederschlägen, Speicherung und Rückhalt von Wasser, Pufferung von Schadstoffen, Speicherung und Bereitstellung von Nährstoffen, Verbesserung des Kleinklimas, etc.

Das Land Niederösterreich fördert die Errichtung von Bodenschutzanlagen. Dies umfasst die Beratung, Planung, Pflanzung und Pflege von Windschutzhecken. Die Förderungswerber, wie private Grundeigentümer/innen, Gemeinden, bäuerliche Gemeinschaften, müssen die für die Errichtung erforderlichen Grundstücke zur Verfügung stellen.

Jährlich werden durch die Bodenschutzstationen ca. 20 ha neue Bodenschutzanlagen mit ca. 20.000 Bäumen und 60.000 Sträuchern errichtet.


Was sind Bodenschutzanlagen und welche Wirkungen haben sie?

Bodenschutzanlagen sind mit heimischen Bäumen und/oder Sträuchern bestockte Streifen in unserer Kulturlandschaft, die

  • der Landwirtschaft zur Sicherung ihrer Produktion dienen
  • den Bodenabtrag durch Wind und Wasser bremsen
  • der natürlichen Fauna und Flora einen naturnahen Lebensraum bieten
  • das Kleinklima durch Verringerung der Windgeschwindigkeit und Reduktion der Temperatur verbessern
  • der Bevölkerung ein abwechslungsreiches Landschaftsbild bescheren
  • bestehende Biotope vernetzen und das Klima schützen.

Früher wurden sie Windschutzgürtel genannt. Heute werden sie entsprechend ihrer Funktion, ihrem Aufbau oder ihrer Situierung als Bodenschutzanlagen, Baum-Strauchhecken und auch allgemein als Landschaftselemente bezeichnet.


Gefördert werden durch das Land Niederösterreich:

  • Beratung und Erstinformation
  • Planung und Errichtung/Pflanzung von Bodenschutzanlagen
  • Bereitstellung von geeignetem Pflanzenmaterial sowie Wildschutz
  • Pflege der Anlage bis zur Bestandssicherung

Der/die Eigentümer/in der Anlage hat einen einmaligen Kostenersatz von bis zu 3.250,- € pro Hektar (exkl. 20% USt.) zu leisten. Dieser Kostensatz entspricht in etwa 10 % der Effektivkosten der Errichtung und Pflege einer Bodenschutzanlage (90 % der Errichtungskosten werden vom Land NÖ getragen).

Der/die Anlageneigentümer/in kann diesen finanziellen Beitrag durch folgende Leistungen (einzeln oder in Kombination) verringern:

  1. Durch die Übernahme einer tiefen Bodenvorbereitung der Pflanzfläche im Herbst vor der Auspflanzung kann der Kostenbeitrag um bis zu 200,- €/ha (exkl. 20% USt.) herabgesetzt werden.
  2. Wenn der/die Anlageneigentümer/in das Anbringen des Wildschutzmaterials zeitgerecht nach der Pflanzung übernimmt, kann der Kostenbeitrag um 300,- € oder 600,- €/ha (exkl. 20% USt.) je nach Baumanteil in der Anlage verringert werden.
Aufbau von Bodenschutzanlagen - Beispiele

Die Anlagen sind meist aufgeteilt in Krautzonen am Rand, seitliche Strauchreihen und mittige Baumreihen, die mit Sträuchern unterbaut sind.
Planbar sind verschiedenste Anlagenformen: von einreihigen Strauchreihen bis zu mehrreihigen Baum-Strauchanlagen. Die Breiten liegen zwischen 4 m und 12 m.

Der Aufbau der Anlagen in Pflanzreihen, Krautstreifen und Ökonischen wird individuell entsprechend den örtlichen Gegebenheiten geplant und gemäß dieser Planung von den Mitarbeiter*innen der Bodenschutzstationen errichtet. 

Bei örtlichen Besonderheiten wie Drainagen, Stromleitungen, etc. werden die Anlagen entsprechend der Situation angepasst.

Pflanzenauswahl und Sortiment
© Stefan Lehner, BSc


In den Bodenschutzanlagen werden ausschließlich heimische Gehölze verwendet. Die Artenzusammensetzung jeder Anlage erfolgt unter Berücksichtigung der Bodenbeschaffenheit und unter Heranziehung von Florentabellen für die verschiedenen Landschaftsräume Niederösterreichs, um eine standort- und naturgerechte Mischung zu gewährleisten.

Im Schnitt werden 15 bis 20 verschiedene Gehölzarten in einer Anlage ausgepflanzt. Die Pflanzdichte beträgt ca. 3.000 Stück Bäume und Sträucher pro Hektar. 

Alle durch die Bodenschutzstationen ausgepflanzten Gehölze werden aus regionalem Saatgut in der eigenen Baumschule am Standort Obersiebenbrunn gezogen.


Auszug aus unserem Baumsortiment:

Bergahorn, Birke, Feldahorn, Hainbuche, Schwarzerle, Sommerlinde, Stieleiche, Vogelkirsche, Walnuss, Zwetschke, …


Auszug aus unserem Strauchsortiment:

Hartriegel, Haselnuss, Hundsrose, Liguster, Purpurweide, Schlehdorn, Schwarzer Holunder, Wolliger Schneeball, …


Pflanzen, die auf Grund der Gefahr von Feuerbrand bis auf Weiteres aus dem Pflanzensortiment entfernt wurden: 

Holzapfel, Wildbirne, Eberesche, Elsbeere, Weißdorn

  • Ein formloser Antrag an die Fachabteilung Landentwicklung - Bodenschutz ist der erste Schritt.
  • Anschließend werden bei einem persönlichen Beratungsgespräch alle Details und Fragen geklärt.
  • Die NÖABB erstellt eine Projektbeschreibung, die bei der zuständigen Bezirksforstinspektion (BH) durch den/die Grundeigentümer/in eingereicht werden muss.
  • Danach kommt es zu einer forstrechtlichen Verhandlung und bei positivem Ergebnis zu einer Errichtungsbewilligung in Bescheidform. 
  • Nun wird ein Förderungsübereinkommen ausgestellt, das vom/von der Antragsteller/in zu unterschreiben ist.
  • Im darauffolgenden Frühjahr erfolgen die Auspflanzung und Pflege der Anlagen durch die Mitarbeiter*innen der Bodenschutzstationen in der Fachabteilung Landentwicklung.


Für weitere Fragen zu Beratungen, Vorplanungen, Projektierungen bis hin zur Antragstellung wenden Sie sich bitte an die NÖ Agrarbezirksbehörde.

Weitere Infos finden Sie in unserem Bodenschutzkatalog (siehe Downloads).

Bodenschutz Acker
© Stefan Lehner, BSc
weiterführende Links
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NÖ Agrarbezirksbehörde Landhausplatz 1, Haus 12
3109 St. Pölten
E-Mail: post.abb@noel.gv.at
Tel: 02742/9005/16055
Fax: 02742/9005/16580   
Letzte Änderung dieser Seite: 20.5.2021
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