Römerstadt Carnuntum - Museum Carnuntinum

Römerstadt Carnuntum
© Land Niederösterreich – Archäologischer Park Carnuntum, Bad Deutsch-Altenburg


Durch die Ausbreitung humanistischen Gedankenguts im 18. Jh. wuchs auch das Interesse an römischen, insbesondere epigraphischen und numismatischen Denkmäler aus Carnuntum. In der Folge gelangten zahlreiche Denkmäler in die kaiserlichen Sammlungen nach Wien und weit verstreut in verschiedene Privatsammlungen.

Der 1884 unter Patronanz von Kronprinz Rudolf gründete Verein Carnuntum (Anm.: heute "Gesellschaft der Freunde Carnuntums") hatte sich die Erforschung Carnuntums sowie die Zusammenführung und dauerhaften Sicherung der Funde in einem eigenen Museum zum Ziel gemacht. Für die Planung wurden die Architekten Friedrich Ohmann und August Kirstein beauftragt, die das Gebäude im Stil einer römischen Landvilla errichteten. Neben den Neufunden aus den Grabungen wurde auch große Bestände von Privatsammlungen in den Neubau überführt. Das Museum wurde 1904 durch Kaiser Franz Joseph persönlich eröffnet und ist das erste Grabungsmuseum in Österreich.


Ausstellungen

Aquila
© Landessammlung NÖ, Archäologischer Park Carnuntum (N. Gail)

Der Adler, Attribut des obersten Reichsgottes Jupiter und Zeichen der Legion, verkörpert wie kein anderes Symbol das römische Militär, das den Aufstieg Carnuntums zu einem der wichtigsten militärischen, politischen und wirtschaftlichen Zentren an der mittleren Donau bereitete.

In Bad Deutsch-Altenburg kann im Archäologische Museum Carnuntinum die Ausstellung Der Adler Roms - Carnuntum und die Armee der Cäsaren noch bis Ende 2021 besichtigt werden. Woher kamen die Soldaten, welche Karrierechancen hatte sie, wie waren sie ausgerüstet und wie funktionierte das römische Militär überhaupt? Die Ausstellung widmet sich diesen und weiteren Fragen zur militärischen Präsenz Roms in Carnuntum und deren Auswirkungen auf das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben. Anhand Originalbefunde aus Carnuntum erfahren wir auch über das ein oder andere Einzelschicksal eines Legionärs...




Austellungsvideos

Kulturdatenbank

3D Scan
© Landessammlungen NÖ

Die Bestände des Bereichs Römische Archäologie der Landessammlungen Niederösterreich umfassen über zwei Millionen archäologische Exponate aus Carnuntum, zu denen durch die jährlichen Ausgrabungen stetig neue Funde hinzukommen.

Die materiellen Hinterlassenschaften aus Carnuntum werden im Depot des Landes Niederösterreich in der Kulturfabrik Hainburg verwahrt. Nur ein geringer Teil der Ausgrabungsgegenstände kann einem breiten Besucherkreis in Ausstellungen präsentiert werden. Um dennoch einen unkomplizierten Zugang zu dem archäologischen Material aus Carnuntum zu ermöglichen, wurde im Jahr 2009 gemeinsam mit der Abteilung Hydrologie und Geoinformation des Landes die 3D-Kulturdatenbank als ein digitales Archiv entwickelt.

Die Objekte werden neben hochauflösenden Fotos auch als 3D-Modelle in der Datenbank dargestellt. Ausgangsbasis ist die Erfassung der Geometrie eines Fundstückes mit Hilfe eines Laserscanners. Jährlich werden etwa 1.000 Objekte gescannt und für die Datenbank aufbereitet

3D Scan
© Land Niederösterreich – Abteilung Hydrologie und Geoinformation

Über die Objektsuche kann anhand von Eingabevarianten (Stichwörtern, Objektnummern, Fundort, Materialgruppe u.a.) schnell das gesuchte Objekt gefunden und im Detail betrachtet werden. In der Detailansicht finden sich neben der Beschreibung auch weiterführende Informationen zu dem Objekt wie Fundzusammenhänge, Maßangaben, Verwahrort, Literaturhinweise u.v.m.

Dies bietet sowohl Laien als auch WissenschaftlerInnen national und international die Möglichkeit, den Sammlungsbestand des Bereichs Römische Archäologie der Landessammlungen Niederösterreich näher kennenzulernen.

Mehr dazu auf der 3D Kulturdatenbank.

Carnuntum App

Um BesucherInnen einen visuellen Eindruck des römischen Carnuntums und seiner archäologischen Schätze zu ermöglichen, wurde eine kostenfreie benutzerfreundliche App entwickelt. Die seit 2019 für alle Apple und Android Produkte downloadbare Carnuntum App macht erstmals auch das Unsichtbare sichtbar.

Darstellung der Carnuntum App
© Römerstadt Carnuntum


An mehreren Erlebnispunkten Carnuntums erscheinen die antiken Bauten virtuell auf dem Smartphone. Durch den Wechsel in die Augmented Reality Funktion der App kann die reale mit der digitalen Welt verschmelzen und bietet somit eine neue Erlebnisdimension der Vergangenheit.

gescanntes Objekt
© Römerstadt Carnuntum

Im Rahmen von Themenrundgängen können Fundstücke der Landessammlungen Niederösterreich digital wiederentdeckt und als 3D-Objekt von allen Seiten betrachtet werden. Ein Hinweis auf ein Objekt erscheint dann auf, wenn man sich der echten Fundstelle nähert. 

Die Funde können so virtuell wieder mit ihrem Fundort vereint werden und erzählen die Geschichte der Menschen aus Carnuntum, vom Alltagsleben bis zu ihrem Glauben und Aberglauben.

Zur App

Haus des Ölhändlers

Zu den rekonstruieren Gebäuden des Römischen Stadtviertels, die mit Mitteln der experimentellen Archäologie, voll funktionsfähig und in antiker Bautradition errichtet wurden, gesellt sich seit 2019 nun ein weiteres hinzu:

Haus des Ölhändlers
© Römerstadt Carnuntum

An der Südstraße der Zivilstadt wurde das sog. Haus des Ölhändlers, ein Geschäftslokal für gehobene Waren mit anschließendem Wohnhaus des Besitzers, wiedererrichtet. Das Geschäftslokal besaß neben einem Direktverkauf an der Straße mit überdachter Portikus auch einen Lager-, Ausstellungs- und Verkaufsraum für eine größere Gruppe an KundInnen.

Haus des Ölhänderls 2
© Römerstadt Carnuntum

Neben Wein zählte Olivenöl als das meist importierte Lebensmittel, das über die Donau und das weit verzweigte römische Fernstraßennetz auch in Carnuntum profitabel vertrieben wurde. Olivenöl war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern diente auch zur Körperpflege nach einem Thermenbesuch, als Grundlage für Salben, als Sonnen- und Kälteschutz und in minderer Qualität vor allem als Brennstoff für Öllampen.

Die Rekonstruktion vermittelt lebensnah die Rolle der Zivilstadt Carnuntums als Wirtschaftsstandort und Absatzmarkt für Importe aus dem Fernhandel am Rande des Römischen Imperiums an der Donau.

Mehr Informationen zum Haus des Ölhändlers


Veranstaltungen

Alle aktuellen Informationen finden Sie auf der Seite der "Römerstadt Carnuntum".


Allgemeine Informationen & Öffnungszeiten

Details zu den Öffnungszeiten 2020 finden Sie auf der Seite der Römerstadt Carnuntum

Erwachsene€ 12,-
Ermäßigt€ 10,-
Kinder unter 11 Jahren in Begleitung eines Erwachsenenfrei
Kinder 11 bis 14 Jahre€ 6,-
Jugendliche 15 - 18 Jahre€ 10,-
Schüler im Klassenverband ab 20 Personen€ 4,-
Gruppen ab 20 Personen€ 10,-

Gültig für den einmaligen Eintritt in jeden der Ausstellungsstandorte (Römisches Stadtviertel, Museum Carnuntinum Bad Deutsch-Altenburg, Amphitheater Militärstadt) bis Saisonende 2020.

Familienangebot: Kinder bis 10 Jahre in Begleitung der Erziehungsberechtigten freier Eintritt

Ermäßigungen: Studenten, Menschen mit eingeschränkter Mobilität, HOP ON HOP OFF-Fahrgäste nach Vorlage ihrer Fahrkarte, Präsenzdiener nach Vorlage des entsprechenden Ausweises.

Museum Carnuntinum
Samstag, Sonn- und Feiertag:  10.00 | 12.00 | 14.00 | 15.30 Uhr

Römisches Stadtviertel
Samstag, Sonn- und Feiertag:  10.00 | 12.00 | 14.00 | 15.30 Uhr

Weitere Führungen unter der Woche laut telefonischer Auskunft. Dauer jeweils ca. 1 Stunde

Führungskarte pro Person und Ausstellungsort:  € 3,-
Kinder bis 6 Jahre: frei

Bitte beachten Sie:
Sammelführungen werden generell nur auf Deutsch angeboten. Für Führungen in anderen Sprachen kontaktieren Sie uns bitte vor Ihrem Besuch unter roemerstadt@carnuntum.at oder +43 (0)2163 33 77 0.


Bild der NÖ-Card

Mit der Niederösterreich-Card haben Sie einmaligen freien Eintritt


weiterführende Links

Ihre Kontaktstelle des Landes für provinzial-römische-Archäologie

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Kunst und Kultur
Badgasse 42
2405 Bad Deutsch-Altenburg
E-Mail: museum.carnuntinum@noel.gv.at
Tel: 02165/62480-11
Fax: 02742/9005-49929   
Letzte Änderung dieser Seite: 25.3.2020
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