Um den Schutz der kritischen Infrastruktur und die medizinische Versorgung auch in Extremsituationen zu garantieren, probten die Landespolizeidirektion, das Militärkommando, Notruf NÖ und die Landesgesundheitsagentur (LGA) gestern, Dienstag, den Ernstfall. Unter der Koordination der Polizei wurde im Trainingszentrum des Universitätsklinikums St. Pölten ein komplexes Szenario aus Cyber-Terror, Drohnenzwischenfällen und unterbrochenen Lieferketten abgearbeitet.
„Im Ernstfall entscheidet nicht die Technik – entscheidend ist vor allem das gute Zusammenspiel der Menschen und Organisationen dahinter“, führte sie aus. Echte Krisenresilienz sei kein Zufallsprodukt, sondern entstehe durch optimale Vorbereitung und professionelles Training. Laut Mikl-Leitner seien gerade die ersten Stunden einer Krise entscheidend – „hier müssen die Abläufe blind funktionieren.“
Die Übungssimulation forderte die Einsatzkräfte massiv: Ein Cyberangriff auf die Logistik-Systeme der NÖ LGA machte die Aktivierung analoger Notfallkonzepte notwendig. Zusätzliche sicherheitsrelevante Zwischenfälle – darunter ein Drohnenvorfall sowie ein terroristisches Bekennerschreiben – führten zu Störungen der Lieferketten und stellten die medizinische Versorgung vor große logistische Herausforderungen.
„Die Menschen in Niederösterreich können sich auf eine starke, blau-gelbe Sicherheitsfamilie verlassen, die auch im Ernstfall funktioniert“, so das Fazit der Landeshauptfrau. „Gute Vorbereitung bei immer komplexeren Bedrohungslagen ist ein Dauerauftrag“, hielt sie fest, weshalb das Land konsequent in Prävention und Infrastruktur investiere. „Mit klaren Abläufen und enger Abstimmung sorgen unsere Einsatzkräfte jederzeit für Schutz und Versorgungssicherheit der Menschen in Niederösterreich – da sitzt jeder Handgriff, das hat die SecMed eindrucksvoll gezeigt.“
Auch der stellvertretende Landespolizeidirektor und Übungsleiter Roland Scherscher unterstrich die Bedeutung des Manövers: „Die heutige Übung hat gezeigt, wie wichtig das nahtlose Ineinandergreifen der verschiedenen Behörden und Organisationen ist. Durch das Durchspielen solch extremer Szenarien können wir Schwachstellen in der Kommunikation identifizieren, bevor sie im echten Krisenfall entstehen.“
Brigadier Georg Härtinger, Militärkommandant von Niederösterreich, erläuterte den Fokus: "Wenn Ereignisse eintreten, die zivile Behörden nur mit Unterstützung des Bundesheeres bewältigen können, werden wir zu einem Assistenzeinsatz gerufen. Die Übung war als reine Stabsübung angelegt, unsere Aufgabe war es, einen gesicherten bzw. geschützten Transport von Medizinprodukten sicherzustellen und damit den landesweiten Klinikenbetrieb aufrechtzuerhalten. Im Rahmen der Übung galt es zentrale Fragen zu klären, was Zuständigkeiten und Leistungen betrifft – z.B. ob wir die Anforderungen überhaupt erbringen können. Die Landesgesundheitsagentur ist bereits mit dem Milizgütesiegel ausgezeichnet; im Rahmen der Übung hat sich gezeigt, dass dieses militärische Grundverständnis einen entscheidenden Mehrwert darstellt."
Josef Schmoll, Geschäftsführer von Notruf Niederösterreich, hielt fest: "Die Sicherstellung der Patientenversorgung – auch während außergewöhnlicher und sicherheitskritischer Lagen – ist unser zentraler Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Resilienz. Durch klar definierte, belastbare Abläufe und den Einsatz hochverfügbarer, sicherer Systeme gewährleisten wir, dass die Notfallkette durchgängig funktioniert: vom Notruf über die rettungsdienstliche Versorgung bis hin zur strukturierten Übergabe in der Klinik."
Bernhard Kadlec, Vorstand der NÖ Landesgesundheitsagentur, sagte: "Neben der Bewältigung der herausfordernden Szenarien stand aber auch das gegenseitige Kennenlernen der Teilnehmer im Vordergrund. In der Krise Köpfe kennen – dieses Motto war das essentielle Leitmotiv der Übung, denn nur ein funktionierendes Netzwerk ist die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Einsatzfall."
Nach dem erfolgreichen Erreichen aller Übungsziele werden die Erkenntnisse nun direkt in die regionalen Notfallpläne eingearbeitet. Mikl-Leitner dankte abschließend allen Beteiligten: „Wir überlassen nichts dem Zufall. Dank Ihres Engagements ist Niederösterreich auch künftig bestmöglich auf Krisensituationen vorbereitet.“
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