Vergütungen nach dem Epidemiegesetz


Nach § 32 Epidemiegesetz 1950 (EpiG) ist natürlichen und juristischen Personen sowie Personengesellschaften des Handelsrechtes eine Vergütung zu leisten, wenn und soweit sie gemäß §§ 7 oder 17 EpiG abgesondert worden sind (oder eine andere in § 32 Abs. 1 genannte Maßnahme verhängt wurde)und dadurch ein Verdienstentgang eingetreten ist.

Eine solche Vergütung ist binnen sechs Wochen (im Fall einer Maßnahme aufgrund von SARS-CoV-2 binnen 3 Monaten) vom Tag der Aufhebung der behördlichen Maßnahme bei der Bezirksverwaltungsbehörde einzubringen, in deren Bereich die Maßnahme getroffen wurde.

Sind Personen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, von einer in § 32 Abs 1 Epidemiegesetz 1950 genannten behördlichen Verfügung (z.B. Absonderungsbescheid) betroffen und von der Erbringung ihrer Arbeitsleitung abgehalten, so hat ihnen der Arbeitgeber den gebührenden Vergütungsbetrag an den für die Zahlung des Entgelts im Betrieb üblichen Terminen auszuzahlen.

Die Höhe der Vergütung ist nach dem regelmäßigen Entgelt im Sinne des Entgeltfortzahlungsgesetzes, BGBl. Nr. 399/1974, zu bemessen.

Mit dem Zeitpunkt der Auszahlung hat der Arbeitgeber Anspruch auf Vergütung dieses Betrages gegenüber dem Bund; der für die Zeit der Erwerbsbehinderung vom Arbeitgeber zu entrichtende Dienstgeberanteil in der gesetzlichen Sozialversicherung und der Zuschlag gemäß § 21 des Bauarbeiterurlaubsgesetzes 1972 wird ebenfalls vom Bund ersetzt.

Wenn die Absonderung wegen SARS-CoV-2 verfügt wurde, muss Ihr Antrag auf Vergütung innerhalb von 3 Monaten vom Tag der Aufhebung der Absonderung bei der Behörde eingelangt sein, in deren Bereich diese Maßnahme getroffen wurde. Wenn Sie innerhalb von 3 Monaten keinen Antrag auf Vergütung stellen, erlischt der Anspruch (§§ 33, 49 Epidemiegesetz 1950).

Bitte verwenden Sie zur Beantragung das folgende Online-Formular. Dies ermöglicht eine automationsunterstützte und damit auch schnellere Bearbeitung.


Sollte Ihnen das Ausfüllen des e-Formulars nicht möglich sein, wenden Sie sich bitte an verguetungen@noel.gv.at.
Eine Ausfüllhilfe für dieses Online-Formular, sowie nähere Informationen zu den im Antrag erforderlichen Angaben und Beilagen können Sie über folgenden Link finden: 
Unselbständige – Benötigte Informationen und Unterlagen

Sofern Sie bereits einen formlosen Vergütungsantrag (z.B. per E-Mail) gestellt haben und aufgefordert wurden, diesen Antrag zu verbessern und weitere Informationen zu übermitteln, können Sie dafür folgendes Online-Formular verwenden:


Für selbständig erwerbstätige Personen ist die Entschädigung gemäß § 32 Abs. 4 Epidemiegesetz nach dem vergleichbaren wirtschaftlichen Einkommen zu bemessen. Der Verdienstentgang entspricht dabei dem Betrag, um den das Zieleinkommen das Ist-Einkommen übersteigt. Nähere Vorgaben zur Berechnung der Höhe der Entschädigung entnehmen Sie bitte der EpG 1950-Berechnungs-Verordnung, BGBl. II Nr. 329/2020.

Der Antrag auf Vergütung des Verdienstentganges hat gemäß § 6 dieser Verordnung alle im amtlichen Formular vorgesehenen, für die Berechnung des Verdienstentganges maßgeblichen, Daten zu enthalten. Dieses Formular steht auf der folgenden Website des Sozialministeriums (Excel-Sheet) bereit. 

Beispiele für die Berechnung des Verdienstentganges (pdf)

Es wird darauf hingewiesen, dass Sie bei der Berechnung des Ist-Einkommens gemäß § 3 Abs. 2 der Verordnung die im Zusammenhang mit der Antragstellung angefallenen Steuerberater-, Wirtschaftsprüfer- oder Bilanzbuchhalterkosten bis zum Höchstbetrag von EUR 1.000,00 in Abzug bringen können; dies gilt nicht, wenn ohne diesen Abzug kein positiver Verdienstentgang vorliegt.

Weiters wird darauf hingewiesen, dass die Richtigkeit der Berechnung nach den §§ 3 und 4 EpG 1950-Berechnungs-Verordnung durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter gemäß § 6 Abs. 2 der Verordnung zu bestätigen ist.

Ihr Anspruch auf Vergütung des Verdienstentganges wegen des Auftretens von SARS-CoV-2 ist binnen drei Monaten vom Tag der Aufhebung der behördlichen Maßnahmen bei der Bezirksverwaltungsbehörde, in deren Bereich diese Maßnahmen getroffen wurden, geltend zu machen. Fristwahrend (also rechtzeitig eingebracht) ist Ihr Antrag nur dann, wenn dieser innerhalb der genannten Frist bei der Behörde einlangt.

Der Antrag an die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde kann formlos erfolgen (d.h. auch per E-Mail). Dem Antrag sind neben der Angabe Ihrer Bankverbindung sowie des Kennzeichens der behördlichen Verfügung die geforderten Unterlagen (siehe Excel-Sheet des Sozialministeriums) sowie die Bestätigung über die Richtigkeit gemäß § 6 Abs. 2 EpG 1950-Berechnungs-Verordnung beizulegen.



Ihre Kontaktstelle des Landes

Zuständig ist Ihre örtliche Bezirkshauptmannschaft. Klicken Sie hier für eine Liste aller Bezirkshauptmannschaften. Für allgemeine An- und Rückfragen: 
E-Mail: verguetungen@noel.gv.at
Letzte Änderung dieser Seite: 27.11.2020
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