„Aufgrund der mittlerweile zweieinhalb Jahre andauernden wirtschaftlichen Rezession steigt die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich weiter an. Ende März 2025 sind um 2,4% mehr Personen beim AMS Niederösterreich arbeitslos vorgemerkt. Das ist österreichweit der niedrigste Anstieg. Laut rezenten Prognosen erwarten wir auch insgesamt für das Jahr 2025 ein Plus von rund 3% bei der Arbeitslosigkeit und stagnierende Beschäftigungszahlen. Erst im kommenden Jahr 2026 rechnen wir mit einer Entspannung am Arbeitsmarkt“, so Arbeitsmarkt-Landesrat Susanne Rosenkranz und AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern.
Ende März 2025 sind 45.528 Personen beim AMS in Niederösterreich arbeitslos vorgemerkt und damit um 1.077 oder 2,4 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Österreichweit ist ein Anstieg um 8,5 Prozent zu beobachten. Inklusive Schulungsteilnehmerinnen und –teilnehmern befanden sich 55.910 Personen in Niederösterreich auf Jobsuche (+3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
Der Bestand an unselbständig Beschäftigten (geschätzt) in Niederösterreich liegt Ende März bei 650.000 Personen. Davon waren 293.000 Frauen (+0,5 Prozent) und 357.000 Männer (-0,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen leichten Rückgang um 0,1 Prozent.
Die Arbeitslosenquote liegt in Niederösterreich aktuell bei 6,5 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte über dem Wert im Vorjahr. Österreichweit beträgt die Arbeitslosenquote 7,4 Prozent (+0,5 Prozentpunkte).
AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern erläutert: „Der Fachkräftebedarf der niederösterreichischen Unternehmen wird in Zukunft weiter zunehmen. Nicht zuletzt da viele Menschen mit Lehrabschluss in den kommenden Jahren in Pensionen gehen werden. Für Jugendliche stellt dies eine gute Ausgangssituation für einen raschen und nachhaltigen Eintritt in den Arbeitsmarkt dar. Damit der Übergang in Ausbildung oder Beschäftigung reibungslos funktioniert, bietet das AMS Niederösterreich in Kooperation mit unterschiedlichen Partnerinstitutionen eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten: von den Beratungen in den 13 Berufsinformationszentren, über die Lehrstellenförderung bis hin zur Überbetrieblichen Lehrausbildung.“
Die Zahl der arbeitslosen Personen hat sowohl bei Frauen (+3,1 Prozent bzw. +594) als auch bei Männern (+1,9 Prozent bzw. +483) zugenommen.
Ältere Personen ab 50 Jahre weisen ebenso eine Steigerung der Arbeitslosigkeit auf (+2,7 Prozent bzw. +436) wie Personen im Haupterwerbsalter (+1,6 Prozent bzw. +388). Am stärksten fällt der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen im Alter bis 24 Jahre mit einem Plus von 5,8 Prozent (auf 4.612 Personen) aus.
Nach Branchen steigt u.a. in den wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungen (+12,5 Prozent bzw. +201), im Handel (+6,0 Prozent bzw. +468) sowie der Warenherstellung (+4,0 Prozent bzw. +184) die Arbeitslosigkeit überproportional stark. Hingegen steigt die Arbeitslosigkeit im öffentlichen Sektor (+0,7 Prozent bzw. +15) weniger stark als im Durchschnitt von NÖ bzw. sinkt die Arbeitslosigkeit in den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (v.a. Arbeitskräfteüberlassung und Gebäudebetreuung) (-2,0 Prozent bzw. -142), im Bereich Verkehr/Lagerei (-3,8 Prozent bzw. -86) und im Bauwesen (-4,0 Prozent bzw. -184).
„Trotz der anhaltend herausfordernden Wirtschaftslage suchen niederösterreichische Betriebe weiterhin engagiert nach Fachkräften. Mit 13.910 offenen Stellen und 1.186 verfügbaren Lehrstellen steht ein großes Angebot an freien Stellen zur Verfügung, denn das sind weiterhin um 21% mehr als im Vorpandemiejahr 2019“, sagt Arbeitsmarkt-Landesrat Susanne Rosenkranz und erklärt weiters: „Hier bietet das AMS NÖ eine breite Palette an Qualifizierungsmaßnahmen an, um Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. Darüber hinaus bietet das Land NÖ unterschiedliche Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen für Beschäftigte an. Unser Ziel ist es, Unternehmen und Arbeitskräfte mit passgenauer Beratung in eine stabile, nachhaltige Zukunft zu begleiten.“
Aktuell sind 13.910 freie Stellen beim AMS gemeldet. Das sind um 10,9 Prozent weniger als im März des Vorjahres. Die Entwicklung der Nachfrage nach Arbeitskräften ist unterschiedlich. So gibt es Branchen mit weiter steigender Arbeitskräftenachfrage, wie beispielsweise im Gesundheits- und Sozialwesen (+10,9 Prozent bzw. +137). Starke Rückgänge sind im Bereich Verkehr/Lagerei (-43,3 Prozent bzw. -419), in der Beherbergung und Gastronomie (-21,1 Prozent bzw. -217) und in der Warenherstellung (-16,5 Prozent bzw. -260) zu beobachten.
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