TOPMELDUNG
04.04.2025 | 15:27

LH Mikl-Leitner zum grenzüberschreitenden Dialog Niederösterreich-Tschechien

„Wirtschaftliche Vorteile nutzen, kulturelle und soziale Verbindungen stärken“

Bei der Pressekonferenz zum grenzüberschreitenden Dialog (v.l.n.r.): Der ehemalige Kreishauptmann von Südböhmen, Jan Zahradnik, Jan Grolich, Kreishauptmann Südmähren, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Martin Kukla, Kreishauptmann Vysočina.
Bei der Pressekonferenz zum grenzüberschreitenden Dialog (v.l.n.r.): Der ehemalige Kreishauptmann von Südböhmen, Jan Zahradnik, Jan Grolich, Kreishauptmann Südmähren, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Martin Kukla, Kreishauptmann Vysočina.© NLK FilzwieserDownload (2.4Mb)

Nach einem Arbeitsgespräch mit den Kreishauptleuten der tschechischen Nachbarkreise Südmähren und Vysočina, Jan Grolich und Martin Kukla, sowie dem ehemaligen Kreishauptmann von Südböhmen Jan Zahradnik in Gmünd informierte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner über den aktuellen Stand des grenzüberschreitenden Dialoges zwischen Niederösterreich und Tschechien.

Das enge Miteinander zwischen den Regionen beider Länder bestehe seit den 1980er Jahren und „gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten ist es wichtiger denn je, auf die Zusammenarbeit unserer Regionen zu setzen“, zeigte sich Mikl-Leitner überzeugt. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ermögliche es zudem, nicht nur wirtschaftliche Vorteile zu nutzen, sondern auch kulturelle und soziale Verbindungen zu stärken und dies wolle man gemeinsam weiter tun. „Deshalb haben wir aktuell unser siebtes Arbeitsprogramm bis 2029 in Vorbereitung, wo wir in 13 Arbeitsgruppen Lösungen für den Grenzraum erarbeiten“, führte sie aus. „Diese umfassen ein breites Spektrum – von Kultur, Jugend und Gesundheit, über Verkehr bis hin zu Katastrophenschutz.“

Die Landeshauptfrau hob den Bereich Gesundheit hervor: „Gerade Gmünd steht sinnbildlich für den Mehrwert der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, wo das Healthacross MED Gesundheitszentrum ein europäischer Leuchtturm in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung ist“, so Mikl-Leitner. Pro Jahr versorge man hier rund 65.000 Patientinnen und Patienten und wolle dies noch ausbauen. „Mit einer Investition von bis zu 120 Millionen Euro entsteht eine neue, moderne „Gesundheitsklinik Gmünd“, die eine hochwertige medizinische Versorgung für die Menschen in der Region sicherstellt.“

Ebenso in den Mittelpunkt stellte die Landeshauptfrau den Kulturbereich: „Auch mit der Kraft der Kultur schaffen wir grenzüberschreitende Verbindungen: Die niederösterreichische Landesausstellung ist ein Motor der Regionalentwicklung, das haben die bisherigen Ausstellungen gezeigt.“ Bereits 2009 habe man mit der grenzüberschreitenden Landesausstellung „Österreich.Tschechien.“ sehr positive Erfahrungen gemacht, erklärte sie, „und jetzt wollen wir mit Gmünd als Austragungsort der Landesausstellung 2028 unseren gemeinsamen Tourismusraum weiter stärken.“ Unter dem Titel „Wasserwelt Waldviertel“ werde die Landesausstellung zeigen, wie stark Wasser die Geschichte und das Leben einer Region prägen kann. Dazu werde man auch „ein Bau-Juwel in neuer Pracht erstrahlen lassen: das Palmenhaus werden wir renovieren und für kulturelle Zwecke nutzbar machen“, sagte die Landeshauptfrau.

Sie unterstrich, Gmünd hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Dreh- und Angelpunkt zwischen den Metropolräumen Wien und Prag entwickelt. Daher werden wir Kooperationen mit unseren tschechischen Partnern eingehen und mit unserer Landesausstellung eine tragfähige Brücke zwischen den Kulturen und Ländern bauen.“ Zudem schaffe man mit der Landesausstellung 2028 ein ergänzendes Angebot für die nahegelegene Europäische Kulturhauptstadt 2028 in Budweis. „So verknüpfen wir kulturtouristische Highlights, die Landesgrenzen überwinden.“

Mikl-Leitner sprach auch von historischen Meilensteinen in der Verbindung Niederösterreichs und Tschechiens wie dem Fall des Eisernen Vorhangs vor 36 Jahren (1989), dem EU-Beitritt Österreichs vor 30 Jahren (1995) und dem und dem EU-Beitritt der Tschechischen Republik vor 21 Jahren (2004). „Damit wurde unserer Zusammenarbeit ein enormer Boost verliehen: Niederösterreichs Wirtschaftsleistung hat sich verdreifacht, unsere Exporte vervier- und die Investitionen versechsfacht. Gerade weil wir in unserem gemeinsamen Wirtschaftsraum eng kooperieren“, so die Landeshauptfrau.

Der Kreishauptmann aus Südmähren, Jan Grolich erinnerte an den Tornado in Südmähren, bei dem die NÖ Flugrettung damals zwei Menschenleben gerettet habe. „Ich denke, es gibt kein besseres Beispiel dafür, wie wichtig grenzüberschreitende Kooperation ist“, so Grolich. Er hob die jahrzehntelange, wichtige Zusammenarbeit in vielen Bereichen hervor, beispielsweise ortete er ähnliche Herausforderungen im Gesundheitswesen „auf beiden Seiten der Grenze“.

Martin Kukla, Kreishauptmann Vysočina, sprach über erfolgreiche Projekte wie etwa die Jugend-Uni Waldviertel, „wo sich junge Menschen von elf bis 15 Jahren beider Länder treffen und austauschen.“ Genauso wie die erste grenzüberschreitende Landesausstellung 2009, „die über 400.000 Besucher zählte und rund 80.000 besuchten auch die Region Vysočina.“ Auch die „Tage der offenen Ateliers“ – inspiriert von Niederösterreich – führe man heuer bereits zum 15. Mal durch.

Der ehemalige Kreishauptmann von Südböhmen, Jan Zahradnik, sagte: „Wir stehen hier als Symbol einer fruchtbaren, sich gut entwickelnden Zusammenarbeit zwischen unseren Regionen.“ Er blickte auf die jahrzehntelange Kooperation zurück und meinte: „Genauso wichtig wie erfolgreiche Kooperationen sind gute Beziehungen zwischen den Völkern.“ Dies erfordere sprachliche Fertigkeiten, „deshalb wird in unseren Schulen als zweite Fremdsprache Deutsch unterrichtet“, so Zahradnik.

Weitere Bilder

(v.l.n.r.) Der ehemalige Kreishauptmann von Südböhmen, Jan Zahradnik, Jan Grolich, Kreishauptmann Südmähren, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Gmünder Bürgermeisterin Helga Rosenmayer und Martin Kukla, Kreishauptmann Vysočina.
(v.l.n.r.) Der ehemalige Kreishauptmann von Südböhmen, Jan Zahradnik, Jan Grolich, Kreishauptmann Südmähren, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Gmünder Bürgermeisterin Helga Rosenmayer und Martin Kukla, Kreishauptmann Vysočina.© NLK FilzwieserDownload (2.4Mb)

(v.l.n.r.) Der ehemalige Kreishauptmann von Südböhmen, Jan Zahradnik, Jan Grolich, Kreishauptmann Südmähren, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Gmünder Bürgermeisterin Helga Rosenmayer und Martin Kukla, Kreishauptmann Vysočina.

Der ehemalige Kreishauptmann von Südböhmen, Jan Zahradnik, Bundesrätin Margit Göll, Jan Grolich, Kreishauptmann Südmähren, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Gmünder Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Nationalratsabgeordnete Martina Diesner-Wais und Martin Kukla, Kreishauptmann Vysočina.
Der ehemalige Kreishauptmann von Südböhmen, Jan Zahradnik, Bundesrätin Margit Göll, Jan Grolich, Kreishauptmann Südmähren, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Gmünder Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Nationalratsabgeordnete Martina Diesner-Wais und Martin Kukla, Kreishauptmann Vysočina.© NLK FilzwieserDownload (2.0Mb)

Der ehemalige Kreishauptmann von Südböhmen, Jan Zahradnik, Bundesrätin Margit Göll, Jan Grolich, Kreishauptmann Südmähren, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Gmünder Bürgermeisterin Helga Rosenmayer, Nationalratsabgeordnete Martina Diesner-Wais und Martin Kukla, Kreishauptmann Vysočina.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Kreishauptleute aus Südböhmen, Südmähren und Vysočina mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern beider Länder beim Arbeitsgespräch zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Gmünd.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Kreishauptleute aus Südböhmen, Südmähren und Vysočina mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern beider Länder beim Arbeitsgespräch zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Gmünd.© NLK FilzwieserDownload (2.2Mb)

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Kreishauptleute aus Südböhmen, Südmähren und Vysočina mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern beider Länder beim Arbeitsgespräch zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Gmünd.

Rückfragen & Information

Amt der NÖ Landesregierung
Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit
Doris Zöger
Telefon: 02742/9005-13314
E-Mail: presse@noel.gv.at

Landhausplatz 1
3109 St. Pölten

© 2025 Amt der NÖ Landesregierung
noe_image