17.07.2026 | 12:19

„SCIENCE & ART. Von der Molekularkunst zur KI-Kunst“: Ausstellung von Wolfgang M. Heckl im Palais Niederösterreich

Landtagspräsident Wilfing bei Ausstellungseröffnung

Die Ausstellung „SCIENCE & ART. Von der Molekularkunst zur KI-Kunst“ vereint im Palais Niederösterreich von 17. Juli bis 18. August 2026 erstmals Werke aus allen Schaffensbereichen des Künstlers Wolfgang M. Heckl. Vom Blick in den Nanokosmos über den von ihm begründeten Molekularismus bis zu Werken, die mit selbst entwickelten KI-Algorithmen Bilder in Musik und Musik in Bilder übersetzen. Dabei geht der Physiker, Wissenschaftskommunikator, Künstler und Musiker der Frage nach, wie wissenschaftliche Erkenntnis künstlerisch erfahrbar werden kann, und gibt zugleich Einblick in eine eigenständige künstlerische Position auf dem internationalen Experimentierfeld der KI-Kunst. Eröffnet wird die Ausstellung am gestrigen Donnerstagabend von Landtagspräsident Karl Wilfing. 

Im Zentrum von Heckls künstlerischer Praxis steht das Aufspüren neuer Formen der Erkenntnis, die aus dem Zusammenspiel von Wissenschaft, Kunst und Musik entstehen – drei wesentlicher Felder menschlicher Kreativität. Seine wissenschaftliche Perspektive prägt dabei auch seine Kunst. Der Blick in den Nanokosmos, den ihm seine Forschung in der Nanomikroskopie eröffnet, bildet ein zentrales Motiv seiner Werke. Unter dem Leitgedanken „Science & Art“ überführt er wissenschaftliche Phänomene in künstlerische Ausdrucksformen, darunter seinen Weltrekord für das kleinste Loch der Welt. Sein Ziel ist es, die Faszination wissenschaftlicher Erkenntnis und die verborgene Ordnung der Natur über künstlerische Bildwelten erfahrbar zu machen und so zu einer ganzheitlichen Sicht auf die Welt beizutragen. 

Als Nanowissenschaftler entwickelte Heckl eine Theorie des „molekularen“ Malens. Heckls sogenannter „Molekularismus“ stellt erstmals wissenschaftliche Erkenntnisse der Nanowissenschaften und molekularen Selbstorganisation direkt ins Zentrum der künstlerischen Praxis und geht damit über klassische moderne Bewegungen hinaus. Anders als etwa der Pointillismus, der Farbpunkte als Stilmittel nutzt, bedient sich der Molekularismus realer mikroskopischer Strukturen als Grundlage für das Kunstwerk. Die künstlerische Gestaltung basiert nicht ausschließlich auf Vorstellungskraft und konzeptionellen Prinzipien, sondern folgt authentischen, unter dem Mikroskop erforschten Prozessen und Molekülformationen. Zudem ist nicht nur das Bildmotiv, sondern der Schaffensprozess selbst von naturwissenschaftlichen Methoden geprägt: Die Verschmelzung von Technologie (z.B. Rastertunnelmikroskop), wissenschaftlicher Analyse und künstlerischer Intention macht die Entstehung der Werke einzigartig.  

Seit vielen Jahren untersucht Heckl darüber hinaus das Verhältnis von Bild und Klang, das er unter dem Begriff „Sight & Sound“ zusammenfasst. Nach ersten analytischen Ansätzen arbeitet er inzwischen mit selbst entwickelten KI-Algorithmen. Es ist ihm gelungen, neuronale Netze so zu trainieren, dass sie Musik in Bilder und Bilder in Musik übersetzen. Die Idee dazu entstand bei einem Besuch im Münchner Lenbachhaus. Dort sah er Wassily Kandinskys Impression III (Konzert), ein Werk, das 1911 als künstlerische Essenz eines Konzerts von Arnold Schönberg entstand. „Ich verstand, dass Kandinsky Töne hörte, wenn er Farben sah, und dass er Musik in Farbkompositionen überführte“, so Heckl. „Während Kandinsky dies aus seiner synästhetischen Wahrnehmung heraus schuf, wollte ich herausfinden, ob sich ein solcher Prozess mit Hilfe von Computern und Künstlicher Intelligenz nachvollziehen lässt.“ 

Wolfgang M. Heckls Werke machen Unsichtbares erfahrbar: Elektronendichte, molekulare Selbstorganisation und die Ursprünge des Lebens werden in Bilder und Klänge übersetzt. So entsteht im Spannungsfeld von Wissenschaft und Kunst ein künstlerischer Ansatz, der Sehen und Hören miteinander verknüpft und die Grenzen zwischen den Disziplinen bewusst überschreitet. 

Weitere Informationen bei Katharina Prerovsky unter +43 (0)2742 9005-13493 oder katharina.prerovsky@noel.gv.at sowie für den Ausstellungsbesuch unter +43 (0)1 90762 99 oder office@event-residenzen.at.

Rückfragen & Information

Amt der NÖ Landesregierung
Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit
Philipp Hebenstreit Tel.: 02742/9005-13632
E-Mail: presse@noel.gv.at
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten
© 2026 Amt der NÖ Landesregierung