18.06.2026 | 10:33

Pressegespräch: Die Gemeinde als erstes Klassenzimmer der Demokratie

LR Teschl-Hofmeister: Demokratie muss früh erlebbar werden

Im Bild von links nach rechts: Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl, Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsminister Christoph Wiederkehr
Im Bild von links nach rechts: Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl, Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsminister Christoph Wiederkehr© NLK Burchhart Download (0.8Mb)

Wie können Kinder schon früh ein Verständnis für Demokratie, Mitbestimmung und gesellschaftliches Zusammenleben entwickeln, und welche Rolle spielen dabei Schule und Gemeinde? Dieser Frage widmeten sich heute Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl bei einem gemeinsamen Besuch in der Volksschule Alland (Bezirk Mödling). Dabei wurde im Rahmen der Pressekonferenz eine Bilanz über die Aktionswoche „Kommunale Bildung“ gezogen, die von 18. bis 22. Mai in Niederösterreich über die Bühne gegangen ist.

„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Mehr als die Hälfte der Menschen weltweit lebt in Staaten, in denen politische Vertreter nicht frei gewählt werden können und die Meinungsfreiheit eingeschränkt ist. Umso wichtiger ist es, Kindern und Jugendlichen bereits in der Schule zu vermitteln, welchen Wert Demokratie für unsere Gesellschaft hat und dass sie immer wieder aktiv gestaltet und weiterentwickelt werden muss“, sagte Teschl-Hofmeister, die auch betonte: „Bildung, Wissen und eine fundierte Ausbildung sind die Grundlage dafür, dass junge Menschen sich eine eigene Meinung bilden und diese auch selbstbewusst vertreten können. Kinder wollen mitreden und Verantwortung übernehmen. In Niederösterreich geben wir ihnen diese Möglichkeit ganz bewusst – etwa bei der Gestaltung von Schulfreiräumen oder Spielplätzen, wo Kinderbeteiligungsprozesse ein fixer Bestandteil der Planung sind. So lernen junge Menschen schon früh, dass ihre Stimme zählt und dass Mitbestimmung ein wesentlicher Bestandteil einer lebendigen Demokratie ist.“

Bundesminister Christoph Wiederkehr führte aus: „Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung und sinkenden Vertrauens in demokratische Institutionen ist es entscheidend, dort anzusetzen, wo dieses Vertrauen tatsächlich entsteht: in den Gemeinden, in den Regionen und besonders in den Schulen Österreichs. Demokratische Bildung spielt bereits in der Volksschule eine zentrale Rolle. Dort erfahren Kinder unmittelbar, ob sie Teil der Demokratie sind, ob sie mitgestalten können und ob sie an ihrem Schulstandort echte Beteiligung erleben. Politische Bildung darf dabei nicht abstrakt bleiben, sondern muss greifbar machen, wie Gemeinde, Mitbestimmung und demokratische Prozesse konkret funktionieren.“

Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl meinte: „Im Jahr 2026 fand die Aktionswoche ‚Kommunale Bildung‘ bereits zum fünften Mal in Niederösterreich statt. Seit 2021 begleitet der Gemeindebund dieses Projekt unter anderem mit einem Kinderbuch, das zentrale Aufgaben der Gemeinden anschaulich erklärt. Im heurigen Jahr wurden bereits 17.700 Exemplare an Gemeinden und Volksschulkinder verteilt. Dabei wird bewusst der Schulschluss der dritten Schulstufe genutzt, um den Kindern praxisnah zu zeigen, welche Leistungen in den Gemeinden erbracht werden. Gemeinden sind dabei die ersten Lernorte der Demokratie – hier erleben junge Menschen, dass ihre Stimme zählt.“

Die Aktionswoche „Kommunale Bildung“ ist eine österreichweite Initiative, die in Niederösterreich in zahlreichen Gemeinden umgesetzt wird. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen die Aufgaben und Abläufe in ihrer Gemeinde näherzubringen. Schülerinnen und Schüler erhalten dabei Einblicke in die kommunale Verwaltung und lernen die Rollen von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie Gemeinderätinnen und Gemeinderäten kennen. Im Mittelpunkt steht das Verständnis für demokratische Prozesse auf lokaler Ebene. Im Rahmen der Aktion besuchen Klassen unter anderem Gemeindeämter und erhalten praxisnahe Einblicke in die kommunale Arbeit. Ergänzend werden Unterrichtsmaterialien und interaktive Elemente eingesetzt, um die Inhalte altersgerecht zu vermitteln. Die Initiative soll das Bewusstsein für Mitbestimmung und bürgerschaftliches Engagement stärken und gleichzeitig die Verbindung zwischen Schulen und Gemeinden fördern.

Weitere Informationen: Büro LR Teschl-Hofmeister, Telefon 02742/9005-12655, Mobiltelefon 0676/81212655, Pressesprecher Mag. (FH) Dieter Kraus, E-Mail dieter.kraus@noel.gv.at

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