Die Musik- und Kunstschulen in Niederösterreich sind derzeit dabei, sich zu reorganisieren: Zahlreiche Gemeinden haben im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit Gemeindeverbände für eine gemeinsame Musikschule gegründet. Dadurch werden Synergien gehoben, Strukturen effizienter genützt, die Verwaltung gebündelt und gleichzeitig wird das Fächerangebot für die Kinder und Jugendlichen erweitert. Auch Kunstfächer können ab dem nächsten Schuljahr in zahlreichen Musik- und Kunstschulen belegt werden.
„Die laufende Reorganisation der Musik- und Kunstschulen in Niederösterreich schafft bessere strukturelle Grundlagen und vor allem mehr Vielfalt“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. „Gemeinsam mit den Gemeinden schaffen wir ein Musik- und Kunstschulwesen, das bundesweit einzigartig ist – in seiner Vielfalt, seiner Qualität und seiner regionalen Verankerung. Die Musik- und Kunstschulen bleiben dabei auch in Zukunft moderne, offene Orte des Lernens, in denen Kinder und Jugendliche ihre künstlerischen Fähigkeiten ganzheitlich entfalten und ihre Persönlichkeit entwickeln können“, so Mikl-Leitner.
In Niederösterreich werden derzeit 63.000 Musikschülerinnen und Musikschüler von 2.150 Lehrenden in 113 Musik- und Kunstschulen unterrichtet. 515 der 573 NÖ Gemeinden sind in das Musikschulwesen eingebunden, das bedeutet eine nahezu flächendeckende Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Musikunterricht auf hohem Niveau.
Die Novelle des NÖ Musikschulgesetzes 2000 wurde im Dezember 2023 beschlossen und bringt ein neues Fördermodell, das die Qualität des niederösterreichischen Musikschulwesens langfristig absichert. Obwohl das Gesetz erst am 1. September 2026 in Kraft tritt, haben zahlreiche Musikschulen bereits vorzeitig reagiert und Kooperationen mit Nachbargemeinden vereinbart. Aus derzeit 113 Musikschulen werden im Schuljahr 2026/27 voraussichtlich 74 leistungsstarke Musik- und Kunstschulen hervorgehen. Gleichzeitig steigt die Zahl der beteiligten Gemeinden, wodurch das regionale Unterrichtsangebot weiter erhöht wird. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet das ein noch breiteres Fächerangebot an den bestehenden Unterrichtsstandorten.
Durch die Schaffung von größeren Verbänden auf mindestens 300 geförderte Wochenstunden werden zukünftig die Synergien der einzelnen Schulen im Bereich des Fächerangebots wie auch der Unterrichtsmöglichkeiten effizienter genützt. Das kann Johannes Döller, Bürgermeister in Reichenau an der Rax, nur bestätigen: „Seit wir mit acht anderen Gemeinden unsere gemeinsame Musikschule Oberes Schwarzatal betreiben, sind nicht nur unsere Verwaltungsabläufe effizienter geworden, sondern auch die Personalplanung hat sich wesentlich verbessert. Für die meisten unserer Musiklehrerinnen und Musiklehrer bedeutet das nun nur noch einen Dienstgeber statt wie früher bis zu drei. Davon profitieren nicht nur wir als Musikschule, sondern ganz besonders auch unsere engagierten Lehrenden.“
Die Reorganisation der NÖ Musik- und Kunstschulen hat bereits lange vor dem allgemeinen Spardruck begonnen und befindet sich nun in der Finalphase. „Ich würde diesen Weg auf jeden Fall empfehlen“, betont Bürgermeister Döller, „mit dem politischen Willen der beteiligten Gemeinden und einer engagierten Musikschulleitung ist das gut umsetzbar.“
Die laufende Musikschulentwicklung hat alle relevanten Stakeholder laufend einbezogen und informiert. Damit setzt sie ein beispielhaftes Zeichen für Qualität, Effizienz und Fairness in der Kulturpolitik.
Alle Musikschulen können – wenn sie das möchten – ab dem nächsten Schuljahr auch zur Musik- und Kunstschule werden, was eine Erweiterung des Fächerangebots bedeutet. So ist es ihnen dann auch möglich, neben Musik, Tanz und darstellender Kunst auch die Fachbereiche bildende Kunst, Medienkunst sowie Literatur anzubieten, woran rund ein Drittel der Musikschulen in Niederösterreich sehr interessiert ist.
Derzeit bieten 98 Prozent der NÖ Musik- und Kunstschulen auch Elementare Musikpädagogik (EMP) an. Dieses Angebot richtet sich an Kleinkinder, die dabei spielerisch erste musikalische Erfahrungen sammeln. „EMP ist aber so viel mehr“, sagt Tamara Ofenauer-Haas, Geschäftsführerin des MKM Musik & Kunst Schulen Management Niederösterreich. „Es fördert die Sprachentwicklung und das Gefühl für Rhythmus und Takt. Es ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich schon wenige, professionelle EMP-Einheiten signifikant auf musikalische und bewegte Leistungen der Kinder auswirken. Deswegen bin ich sehr froh, dass die Musik- und Kunstschulen auch Kooperationsstunden mit Kindergärten in den Gemeinden anbieten, damit möglichst viele Kinder erste Erfahrungen mit Kunst und Kultur machen können“, sagt Ofenauer-Haas.
Für weitere Rückfragen: MKM Musik & Kunst Schulen Management Niederösterreich, Mag. Karoline Sinhuber, Bereichsleitung Kommunikation & Marketing, E-Mail: karoline.sinhuber@mkmnoe.at, Telefon: 0676 884 053 41
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